Webseitenfehler – Teil 2

Bei Twitter stieß ich heute durch Zufall auf folgenden Tweet:

Tweet Praxis am Nordpark

Grund genug mir die dort präsentierte Webseite einmal näher anzuschauen. Im 24″ Monitor sieht das dann so aus:

Praxis am Nordpark Screenshot

Die erste Frage die sich da für mich stellt, ist also warum man das Design nicht zentriert hat, zumal heutzutage die Monitore immer größer werden, da ist eine ausschließliche Ausrichtung auf 1024 * 768 Pixel eher kontraproduktiv. So wirkt das ganze nicht wirklich einladend durch die großen freien Flächen.

Die ocker-grüne Farbgebung samt den stilisierten Bäumen läßt auf den ersten Blick einen Gartenbaubetrieb o.ä. vermuten. Das Bild mit der Parkanlage verstärkt diesen Eindruck noch. Nur der Domainname läßt bis dahin vermuten, daß es sich nicht um einen Gartenbaubetrieb handelt.

Der Text auf der Startseite ist sowas von nichtssagen, daß man nach dem Lesen desselbigen genauso viel weiß wie vorher – in der Regel nicht viel bis gar nichts.

Erst links unten läßt sich erkennen, daß man sich auf der Webseite eines Allgemeinmediziners befindet. Zu diesem Schluß kommt man auch, wenn man sich die drei Buttons unten anschaut. Online ein Rezept vorbestellen oder eine Überweisung für den Facharzt? Wirklich eine gute Idee, aber was dann kommt, ist erschreckend. Die Übertragung dieser doch recht persönlichen Daten erfolgt ohne Verschlüsselung! Ein absolutes NoGo in meinen Augen.

Die Suche wird von den meisten Nutzern immer oben rechts auf Webseiten gesucht, warum sie hier unten links angesiedelt wurde, ist nicht nachvollziehbar.

Gehen wir auf die Unterseite „Praxis“. Anstelle eines Fotos der Praxis selbst, sieht man dort ein nichtssagendes Bild eines Baumes. Sind wir hier vielleicht doch bei einem Landschaftsarchitekten gelandet? Nein, es ist tatsächlich die Arztpraxis eines Allgemeinmediziners. Was das Bild aber aussagen soll, entschließt sich wohl niemandem.

Der Text auf dieser Unterseite sagt auch nicht viel aus, dabei hätte man doch gerade hier viel mehr rausholen und sich in ein entsprechenden Licht rücken können. Einzig die Sprechzeiten sind hier wirklich etwas, das einen Mehrwert darstellt.

Auf der Unterseite „Team“ dann endlich mal ein Foto auf dem man dann auch sieht mit wem man es in der Praxis zu tun hat. Doch auch hier tauchen Fragezeichen auf. Was haben die Geburtsdaten der Mitarbeiter dort auf der Webseite zu suchen? Soll man denen etwa an ihren Geburtstagen Geschenke mitbringen? Derartig sensible Daten haben da eigentlich nichts zu suchen, die gehen die Öffentlichkeit einfach mal nichts an.

Ebenso unverständlich ist für mich der Sinn der unter Galerie zu findenden Bilder der Reisen nach Indochina und Südindien. Auf so einer Seite haben die einfach nichts zu suchen.

Wenden wir uns der Unterseite „Leistungen“ zu.

Das Bild von der Zapfsäule einer Tankstelle ist absolut unpassend. Ebenso unpassend ist es, wenn Leistungen dort verlinkt werden, obwohl es zu dem Thema noch gar keine Unterseite gibt. Gesehen hier.

Ansonsten ist es zwar schön wenn die einzelnen Leistungen detailliert vorgestellt werden, die Präsentation hätte aber etwas „spannender“ gestaltet werden können.

Fazit: Vor zehn Jahren hätte man sich mit so einer Webseite sicher zufrieden geben können, im Jahre 2011 aber nicht mehr. Dazu wurden zu viele Dinge aus dem Bereich Webdesign, Usability und Datenschutz mißachtet. Ob es an der Unfähigkeit der ausführenden Agentur oder der Beratungsresistenz des Kunden lag, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist nur schade um das Potential was hier verschenkt wurde.

Ein Gedanke zu „Webseitenfehler – Teil 2

  1. injob24

    …erschreckend, dass eine Agentur, welche in ihren Leistungen SEO anbietet, solche Startseitentexte verzapft. Eins Satz = ein Absatz, wobei heute jeder 6- jährige lernt, sich in kurzen,prägnenten Sätzen auszudrücken.

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