Was man nach einer manuellen Abstrafung durch Google tun muss

 

Wer Googles Gunst genießt, ist in einer sehr komfortablen Situation. Jeden Tag kommen mühelos etliche Besucher auf die eigene Website und sorgen für einen stattlichen Umsatz. Die Suchmaschine sorgt dafür, dass Angebot und Nachfrage zusammenfinden und tut das vollkommen kostenfrei. Organische Besucher von Google sind für viele Unternehmer die bevorzugte Trafficquelle, da hier viele Leser zu zahlenden Kunden werden und nicht jeder Klick abgerechnet wird.

Es kommt jedoch in regelmäßigen Abständen vor, dass Webmaster und Unternehmer aufwachen, ihre Google-Platzierungen überprüfen und sich verwundert die Augen reiben. Man ist vollkommen aus dem Index geflogen und kein Besucher verirrt sich mehr auf die Website. Man hat eine Google Penalty bekommen. Die Umsätze brechen ein und die Existenz ist gefährdet. Eine schreckliche Situation die weltweit tausendfach eintritt und schon das Einkommen vieler Menschen zerstört hat. In diesem Beitrag wirst du erfahren, was genau eine Google Penalty ist, wie du sie wieder aufheben kannst und wie du dich anschließend vor diesem einschneidenden Erlebnis schützen kannst. Bereit? Dann geht es jetzt los!

Was ist überhaupt eine Google Penalty?

Google gibt sich große Mühe jede Website zu indexieren, also in den eigenen Suchergebnissen irgendwo anzuzeigen. Nach eigenen Unternehmensangaben gibt es über 100 Faktoren die bestimmen, für welche Suchbegriffe man gefunden wird. SEOs der ganzen Welt versuchen ständig diese zu identifizieren. Anschließend wird versucht die Website so zu verändern, dass bessere Platzierungen zugeordnet werden. Das Resultat ist ein ständiger Strom von Besuchern.

Wer die Manipulationen jedoch ausufern lässt, spielt mit dem Feuer. Google investiert viel Zeit und Geld um jene zu finden, die das Unternehmen austricksen wollen. Wenn es ein Webmaster offensichtlich darauf anlegt Google etwas vorzumachen, so kann er eine Penalty bekommen. Er fliegt aus dem Index und wird somit nicht mehr in der Suchmaschine gefunden. Ein Drama für jeden, der im
Internet Kunden gewinnt, oder seinen Kunden Suchmaschinenoptimierung anbietet.

Was für unterschiedliche Abstrafungen gibt es?

Eine Google Penalty sieht nicht immer gleich aus. Mal verliert man einige Plätze und damit wertvollen Traffic, mal können einzelne Unterseiten nicht mehr gefunden werden und in manchem Fällen fliegt die gesamte Domain aus dem Google Index.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen vom Google Algorithmus vorgenommenen Penaltys und manuellen Abstrafungen durch einen Mitarbeiter der Suchmaschine.

Wenn du gegen die Google Richtlinien verstößt, musst du damit rechnen eines Tages erwischt zu werden. Penguin, Panda, Hummingbird und Co schlafen nicht und werden Tag für Tag verbessert um akkuratere Ergebnisse zu liefern. Wer ihnen ins Netz geht, bekommt keine Benachrichtigung darüber. Lediglich gefallene Rankings deuten darauf hin.

Google rekrutiert andauernd die schlauesten Köpfe der IT und arbeitet daran jene zu fassen, die die Suchmaschine an der Nase herum führen wollen. Täglich werden etliche Websites von Mitarbeitern manuell unter die Lupe genommen und anschließend bewertet. Wenn hier etwas komisch erscheint, wird eine Google Penalty ausgesprochen.

Wie kann man feststellen, ob man eine Google Penalty bekommen hat?

Viele Webmaster arbeiten fieberhaft daran ihre Rankings wiederherzustellen und wissen gar nicht, dass eine Google Penalty auf ihrer Domain liegt. Das ist ärgerlich, da man so viel Zeit investiert, ohne an dem eigentlichen Problem zu arbeiten.

Wer eine manuelle Abstrafung erleidet, wird freundlicherweise in den Google Webmaster Tools darauf hingewiesen. Darüber hinaus wird einem auch mitgeteilt, weshalb diese Entscheidung getroffen wurde. Die häufigsten Gründe sind:

-dünner Content
-viele Redirects
-Keyword Stuffing
-unnatürliche Backlinks

Wer vom Google-Zoo ins Visier genommen wurde, wird darüber nicht unterrichtet. Hier hilft es nur regelmäßig die Rankings und auch den Traffic im Auge zu behalten. Wenn du hier einen plötzlichen Einbruch feststellen musst, aber keine Benachrichtigung in GWT findest, lag es wohl an Panda, Penguin, Hummingbird & Co.

Schritt für Schritt eine Google Penalty aufheben – so geht’s

Wer abgestraft wurde will dies so schnell wie möglich beheben. Am problematischsten sind die manuellen Abstrafungen, da sie dazu führen, dass man komplett aus dem Index verschwindet. Prinzipiell schafft man es nur dann wieder hinein, wenn ein Google Mitarbeiter dem zustimmt. Wie man das erreicht möchte ich dir hier genau erklären.

Feststellen weshalb man abgestraft wurde

Bei drei der vier häufigsten Abstrafungsgründe kann man das Problem relativ leicht beheben.

Zu dünne Inhalte
Wer zu dünne Inhalte präsentiert, muss diese aufbessern. Eine bewährte Strategie ist, das Thema zu googeln und einen Blick auf die Konkurrenz zu werfen. Was bieten die ersten 10 Treffer dem Leser, was deine Seite nicht hat? Sind die Texte länger, umfangreicher und besser strukturiert? Fehlt es dir eventuell an Bilder und Videos? Würde es dem Leser nutzen, wenn du auf andere interessante interne und externe Inhalte verlinkst?

Denke darüber nach wie du dem Leser einen echten Mehrwert bieten kannst und lasse dich dabei von deiner Konkurrenz inspirieren.

Viele Redirects
Wer einige Redirects auf die eigene Seite leitet, oder externe einbaut, macht dies in der Regel um Google gezielt zu täuschen. Wenn du dafür eine Abstrafung bekommen hast, hast du wahrscheinlich bereits einen Plan B in der Hinterhand. Falls du deine Domain retten willst, solltest du alle Redirects sofort abschalten. Klingt logisch oder?

Keyword Stuffing
Je schlauer Google wird, desto geringer wird der Stellenwert der verwendeten Keywords. Während man vor einigen Jahren noch überall den begehrten Suchbegriff eingebaut hat um besser positioniert zu werden, distanziert man sich heute davon. Wer es dennoch macht, riskiert eine Google Penalty. Diese zu beheben ist einfach. Man muss einfach den Suchbegriff aus dem Text entfernen, oder gleich einen neuen Text verfassen. Achte auch darauf, dass er beispielsweise in Kategorie-Tags und in der Navigation häufig vorkommen kann.

Unnatürliche Backlinks – das größte Problem

Wer wegen unnatürlicher Backlinks abgestraft wird, hat es nicht leicht dies wieder rückgängig zu machen. Die am häufigsten vorkommende Abstrafung ist schwer zu beheben. Wenn es sich um eine vergleichsweise neue Domain mit wenig Inhalten handelt, lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man nicht einfach eine neue Website auf einer neuen Domain startet. Wer viel Zeit und Geld in diese investiert hat, wird aber wohl alles versuchen um sie zu retten. In vielen Fällen gibt es auch noch Hoffnung. Ich habe bereits bei mehreren Websites geschafft, dass die Google Penalty wegen unnatürlicher Links aufgehoben wurde. Folgende Schritte sind dazu nötig:

1. Das komplette Linkprofil aufstellen

Im ersten Schritt muss man alle Backlinks in einer Tabelle zusammenstellen. Manuell ist das kaum möglich, aber es gibt zum Glück einige Tools die dir dabei helfen können. Ich nutze in der Regel:

Google Webmaster Tools
Ahrefs
Majestic SEO

Diese zeigen dir am zuverlässigsten alle Backlinks auf und es besteht die Möglichkeit sie in eine Tabelle zu exportieren.

Nachdem du das getan hast, musst du die drei Tabellen in eine kopieren und anschließend alle Duplikate löschen. Falls du Excel verwendest, hilft dir dieser Link dabei.

2. Alle schlechten Backlinks identifizieren

An dieser Stelle ist einiges an manueller Arbeit erforderlich. Zwar gibt es viele Tools die sich mit der Qualität eines Backlinks beschäftigen, jedoch hatte ich mit keinem von ihnen sonderlich gute Resultate. Wenn es um eine Website geht, die mir regelmäßigen Umsatz beschert, mache ich diesen Arbeitsschritt lieber von Hand,

Klicke auf jeden in einer Tabelle aufgelisteten Link und schaue dir die Website an. Finde den Link zu deiner Seite und überlege, ob du ihn behalten möchtest. Folgende Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle:

-der Traffic der Website
-die Anzahl der ausgehenden Links
-die Anzahl der eingehenden Links
-der Ankertext des Links

Je mehr Traffic die Website bekommt, auf der du deinen Backlink platziert hast, desto besser. Ein Link von einer toten Website bringt dir nichts und sollte entfernt werden.

Wenn besonders viele ausgehende Verlinkungen auf der Website sind, ist dies ein schlechtes Indiz. Google könnte sie als Linkfarm werten und wenn du hier verlinkt wirst ist das negativ für dich.

Wenn es viele eingehende Verlinkungen von hoher Qualität gibt, ist das ein positives Signal. Jeder Link wird als eine Empfehlung gewertet und trägt dazu bei, dass die Website stärker wird.

In vielen Fällen wird eine Abstrafung vorgenommen, wenn die Ankertextverteilung unnatürlich aussieht. Ein Großteil deiner Links sollte den Markennamen, die Domain oder einen generischen Ankertext wie beispielsweise „klicke hier“ enthalten. Falls in vielen Fällen der gewünschte Suchbegriff genutzt wurde, ist das riskant.

Besuche jeden Link und wirf einen Blick auf die Seite. Wenn du den Backlink behalten möchtest, markierst du ihn grün. Falls er lieber gelöscht werden sollte, markierst du ihn rot.

Um dir die Arbeit etwas zu erleichtern, kannst du beispielsweise alle Links von einer vertrauenswürdigen Domain wie www.focus.de gleich grün markieren.

3. Tritt mit den Webmastern in Kontakt

Nun wo du weißt welche Links von schlechter Qualität sind und entfernt werden müssen, ist es an der Zeit um die Löschung dieser zu bitten. Das kann sehr zeitraubend sein und du solltest dich auf einen langwierigen Prozess einstellen. Kopiere jeden rot markierten Link in die Adresszeile deines Browsers und versuche den Betreiber ausfindig zu machen. Alle deutschen Websites müssen über ein Impressum mit einer Kontaktmöglichkeit verfügen. Auch ein Kontaktformular erfüllt den Zweck und kann von dir benutzt werden. Ansonsten verrät dir Denic wer der Inhaber einer Domain ist.

Verschicke eine kurze E-Mail mit folgendem Text:

„Hi, ich habe auf folgender URL (hier den Link zu deinem ungewünschten Backlink) eine Verlinkung zu meiner Seite (hier ein Link zu deiner Website) gefunden. Bitte entfernen Sie diese für mich. Vielen Dank im Voraus, (dein Name).“

Einige werden dir auf diese E-Mail antworten und den Link für dich entfernen. Wenn dies geschieht, solltest du den Eintrag in deiner Tabelle von Rot zu Türkis ändern. Falls deine Anfrage ignoriert wird, änderst du die Farbe von Rot zu Gelb. Sei hierbei sehr sorgfältig, da es an späterer Stelle wichtig werden wird.

4. Die zweite E-Mail

Nach deiner ersten E-Mail solltest du etwa 30 Tage warten. Anschließend kannst du gut beurteilen, wer dich ignoriert und wer deine Backlinks gelöscht hat. Jene die dich ignorieren schreibst du nun erneut an. Weise sie darauf hin, dass du bereits vor einem Monat versucht hast sie zu erreichen und bitte sie erneut um das Löschen des Backlinks. Einige werden deine Anfrage vergessen haben und sich nun direkt darum kümmern. Wieder anderen ist es egal, oder sie überprüfen ihr Postfach nicht.

5. Die Links für ungültig erklären

Auch nach deiner zweiten E-Mail solltest du den Webmastern 30 Tage Zeit geben um deine Verlinkungen zu löschen. Wer es nun noch immer nicht getan hat, wird es wohl auch in Zukunft nicht tun. Jetzt ist es an der Zeit das Google Disavow Tool zu benutzen und damit die Links für ungültig zu erklären. Kopiere dazu alle noch nicht gelöschten Verlinkungen in eine Tabelle und lade diese im Tool hoch. Anschließend musst du Google etwa eine Woche Zeit geben um deine Anfrage zu bearbeiten.

6. Um die Aufhebung der Abstrafung bitten

Nachdem du all diese Schritte durchgeführt hast, ist es an der Zeit dich an Google zu wenden. Bitte sie darum die ausgesprochene Abstrafung aufzuheben und somit deine Website wieder in den Index aufzunehmen. In dem Google Webmaster Tools gehst du dazu einfach auf die Benachrichtigung die du erhalten hast, als du die Penalty bekommen hast und drückst auf „Request a Review“. Gib hier nicht zu, dass du absichtlich versucht hast den Algorithmus auszutricksen. Teile ihnen mit, dass du
alles dir in der Macht stehende unternommen hast um die qualitativ minderwertigen Verlinkungen zu entfernen. Zeige ihnen deine Tabelle, sprich die zwei versendeten E-Mails an und sag, dass du alle nicht gelöschten minderwertigen Links für ungültig erklärt hast.

Anschließend ist das Schicksal deiner Website nicht mehr in deiner Hand und dir bleibt nichts anderes übrig als zu warten. In vielen Fällen wird deine Google Penaltys aufgehoben, dafür gibt es jedoch keine Garantie. Teilweise liegt es stark an dem jeweiligen Mitarbeiter der für deinen Fall zuständig ist. Ich habe bereits erlebt, dass Webmaster nach dem „Reconsideration Request“ sofort wieder im Index gelandet sind, obwohl sie keinen Link gelöscht haben. Genau so musste ich aber auch mit ansehen, wie man trotz großer Bemühungen erneut abgelehnt wurde.

Mein Fazit

Wer eine Abstrafung abbekommen hat, sollte die Flinte nicht ins Korn werfen. Mit einigen Bemühungen kann man die Website durchaus wieder zu altem Ruhm erheben und viele Besucher glücklich machen. Für die Zukunft sollte man lernen, dass es langfristig profitabler ist nach Googles Regeln zu spielen. Gleichzeitig lohnt es sich, verschiedene Trafficquellen anzuzapfen und sich somit unabhängiger von den Suchmaschinen zu machen. Gute Alternativen sind soziale Netzwerke, bezahlte Werbung und eine eigene E-Mailliste.

Über den Autor:
Silvan Mundorf gründete mit einem langjährigen Freund Sacando, eine Werbeagentur deren Steckenpferd die Suchmaschinenoptimierung ist. Das Unternehmen betreut und berät nicht nur KMUs, sondern auch große Konzerne zu den Theman SEO, Social Media, E-Mailmarketing und Conversionoptimierung.